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Kunststudium: frei & kreativ und die Qualität?

von 27. Mai 2016 Keine Kommentare

iStock_000017411550SmallWenn man sich in Deutschland umschaut findet man kaum noch Möglichkeiten richtig Zeichnen zu lernen. Selbst an klassischen Kunst-Universitäten oder Fachhochschulen wird die akademische Grundausbildungen im realistisch-naturalistischen Zeichnen und Malen stark vernachlässigt bzw. als veraltet und eingestaubt angesehen. Professoren und Dozenten verlangen Eigenkreativität. Ihre Studenten sollen etwas Neues, noch nie da Gewesenes schaffen. Häufig trifft man die Kunststudenten mehr an Plätzen, wie Gruppenräume oder Mensa statt an der Staffelei an. Es wird interpretiert und nachgedacht. Aber wo ist das Handwerk geblieben? Lagen die Alten Meister, wie van Gogh, Picasso, Rembrandt, … falsch im akademischen Ausbilden des Zeichnens und Malens? Aber warum werden ihre Werke heute noch geschätzt und füllen bei Ausstellungen die Museen mit Tausenden von Menschen?

Kauft sich eigentlich ein Kunstliebhaber einen in seine Einzelteile zerlegten Tisch oder eine einfarbig blau gemalte Leinwand mit einem roten Punkt? Um so ein Bild zu schaffen benötige ich dafür überhaupt ein Studium? Wenn man sich diese Werke auf Ausstellungen oder in Museen für moderne Kunst ansieht zweifelt manch einer an seinem eigenen Verstand und fragt sich ob er der einzige Dumme ist der hier nicht die große Kunst sieht? Kunst kann heutzutage einfach alles sein von einem aufgebauten Müllberg bis hin zu einem hyperrealistisch gemalten Menschen.

Dies ist wahrscheinlich auch der Grund, dass in Deutschland wie auch in vielen anderen Ländern ein klassisches künstlerisches Grundstudium verloren gegangen ist. Wenn man das mit Worten aus dem tänzerischen beschreibt wird von unseren heutigen jungen Kunststudenten eher die Kür erwartet. Die Pflicht scheint nicht so wichtig zu sein. Das ist wie wenn man einem Jurastudenten sagt dass er die Gesetze nicht lernen muss, Hauptsache er kann vor Gericht gescheit sprechen und sich Argumente ausdenken.

Einen Masterplan gibt es leider nie. Aber die Übung macht den Meister. Und das bedeutet dass ein Kunststudent neben Fächern wie Kunsthistorie etc. eigentlich nur einen wichtigen Auftrag hat: Zeichnen und Malen!

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