Portraitieren gehört zu den klassischen Königsdisziplinen der Kunst. Dabei zeigen und erklären wir dir wichtige Arbeitsschritte und Details, die du beim Portraitieren in Öl beachten solltest. Von der Untermalung bis zur Herausarbeitung der Formen und Proportionen geben wir dir einen umfassenden Einblick in dieses Thema.

Man unterscheidet beim portraitieren allgemein nach der Größe des Bildausschnitte: Kopfstück, Brustbild, Hüftbild (halbe Figur), Halbfigur, Kniestück (Porträt vom Kopf bis zum Knie), Ganzfigur. Nach der Haltung oder Wendung der Figur, besonders des Kopfes, bezeichnet man das Bildnis als von vorn (en face), von der Seite genommen (en profil), als Halb- oder Dreiviertelprofil.

Bereits in der Antike gab es die Portraitmalerei, jedoch gibt es nur außerordentlich wenige Exemplare die in gutem Zustand erhalten sind.

In der Renaissance – der Blütezeit der italienischen Malerei – gelang es den Künstlern dem Porträt die Bedeutung eines Charakterbildes zu geben. Dabei wurde dem ganzen Menschen – dem ganzen Modell Ausdruck gegeben. Alte Meister, welche diese Kunst besonders beherrschten waren Raffael und Tizian, unter den Niederländern Rubens, van Dyck, Frans Hals und Rembrandt, aus der spanischen Schule besonders Velázquez. Die letzteren Meister wussten auch durch koloristische Stimmung und bedeutsamen Hintergrund dem Gemälde einen besonderen Ausdruck zu geben. Entstanden sind Portraits seit dieser Zeit in der Regel im Auftrag von Herrschern, die sich der Dienste ihrer Hofmaler bedienten. Es waren auch oft Gemälde von Mitgliedern der städtischen Adelsfamilien und Vertretern des Bürgertums, wie Bankiers, Händler, Zünfte oder reiche Kunst- und Antiquitätensammler.
Im Zuge der zunehmenden Bedeutung der Auftragsmalerei ist die Portraitbildnerei seit dem 17. Jahrhundert so sehr in den Vordergrund getreten, dass kein Maler von Bedeutung sich derselben entzogen hat. Die Portraitmalerei wurde im Barock von Adel, Klerus und Kaufleuten für die Standesrepräsentation funktionalisiert.

Durch die zunehmende Bedeutung der Fotografie ist dieser Bereich bis heute leider mehr und mehr in den Hintergrund gerückt. Nur noch wenige Künstler weltweit beherrschen das Handwerk vom echten Modell zu portraitieren und in Öl zu malen. Um Portraits den nötigen Ausdruck zu verleihen und eine Dreidimensionaliät herauszuarbeiten ist das Portraitieren aber besonders wichtig. Unsere Studenten werden im Rahmen des Voll- und Teilzeitstudiums in diesem Bereich besonders geschult. Sie lernen vom Kopfportrait bis hin zum Ganzkörperportrait Ausdruck, Mimik, Pose, Bekleidung, Komposition und Stimmung im Bild einzufangen. Alles natürlich vom echten Modell.

RIchtig Malen lernen mit Ölfarben.