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Realistisch vs. naturalistisch – wo liegt eigentlich der Unterschied?

von 18. November 2016 Keine Kommentare

gottlieb_daniel

Und was genau ist Fotorealismus und dreidimensionales Malen?

Einige Begriffe in der Kunst sorgen öfter mal für Verwirrung und werden mitunter auch miteinander verwechselt. Es ist jedoch wichtig zwischen ihnen zu unterscheiden, denn sie bedeuten nicht das gleiche. Was ist zum Beispiel der Unterschied zwischen Realismus und Naturalismus? Und ist Realismus das gleiche wie realistisch? Wir erklären euch den Unterschied:

1. Realismus

Als Realismus wird eine Epoche bezeichnet, die Mitte des 19. Jahrhunderts begann und vornehmlich durch den französischen Maler Gustave Courbet geprägt wurde. Im Realismus geht es um die Darstellung der Welt „wie sie ist“, ohne Schönung oder romantische Verschleierung. Er bezeichnet damit nicht die Technik (siehe unten „realistisch malen“), sondern eine kritische Kunstrichtung, bei der die Künstler ihre politische Wahrnehmung ausdrücken wollten. Der Begriff des Realismus ist daher eindeutig im Kontext dieser Epoche zu sehen.

2. Realistisch Malen

Realistisches Malen und Zeichnen bezeichnet dagegen eine Technik, bei der die Natur in Perfektion nachgeahmt wird. Dabei wird mithilfe der Proportionenmessung und der genauen Untersuchung und Übertragung von Licht und Schatten versucht, dieses Verhältnis handwerklich 1:1 auf den Malgrund umzusetzen. Also das Widerspiegeln der natürlichen Gegebenheiten. Realistisches Malen und Zeichnen wurde schon von den alten Meistern angewendet.

3. Naturalismus

Ähnlich wie beim Realismus wird beim Naturalismus zwischen seiner Epoche und der Darstellungsweise „naturalistisch“ unterschieden. Naturalistisch bedeutet, die detailgetreue Wiedergabe des Wahrgenommenen, die genaue Abbildung der Natur. Der Naturalismus hat viele Parallelen mit dem Realismus, aber insbesondere die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts ist dieser Stilrichtung zuzuordnen. Im Gegensatz zum Realismus, geht es im Naturalismus jedoch nicht um die Botschaft des Bildes, sondern lediglich um die Darstellung.

4. Fotorealistisch

Der Fotorealismus ist eine Stilrichtung, die zu Beginn der 70er Jahre in Amerika aufkam. Seine Besonderheit war, dass sich seine Künstler wie John Clem Clarke an Fotografien oder fotografischer Techniken als Vorlage für ihre Werke bedienten. Den Künstlern ging es aber vielmehr um die möglichst genaue Darstellung von Fotografien in der Malerei, als um die Abbildung der Realität.

5. Dreidimensional

Dreidimensionales Zeichnen bedeutet plastisch zu zeichnen, also Gegenstände, Objekte oder Körper möglichst räumlich darzustellen, sodass der Betrachter das Gefühl hat, das Gemälde sei tatsächlich dreidimensional. Dabei ist besonders das Spiel von Licht und Schatten entscheidend. Eine leichte Übung unseres Lehrers Ricky Larsson eine Kugel mit 3D-Effekt zu zeichnen findet ihr hier.

lieberman

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