stillleben in ölIn der Geschichte der europäischen Kunsttradition bezeichnet man die Darstellung toter bzw. regloser Gegenstände (Blumen, Früchte, tote Tiere, Gläser, Instrumente o.a.) als Stillleben. Deren Auswahl und Gruppierung erfolgen nach inhaltlichen, oft symbolischen und ästhetischen Aspekten. Der Begriff geht zurück ins 16. Jahrhundert und wurde hier von einem niederländischen Maler zum ersten Mal verwendet. Das Malen von sogenannten Stillleben wurde im Laufe der Zeit immer populärer. Das Stillleben hatte während seiner Blütezeit im 17. Jahrhundert mit der perfekten Täuschung der Wahrnehmung, kulminierend im Trompe-l’œil auch seinen mimetischen Höhepunkt.

Eine große Zahl früherer Stillleben entstand im Zuge des Forscher- und Entdeckerdrangs des 15. und 16. Jahrhunderts. Die Erforschung der den Menschen umgebenden Natur wurde Darstellungszweck detailgenauer Naturstudien. Derartige Zeichnungen und Aquarelle, wie sie auch Albrecht Dürer d.J. fertigte, wurden in aufwendigen Werken über Botanik und Zoologie gesammelt und verbreitet, was ab der Mitte des 15. Jahrhunderts durch die Erfindung des Buchdrucks noch erheblich zunahm.

Bei uns in der Akademie ist die Stillleben-Malerei in Öl Hauptthema des 4. Levels im Voll- und Teilzeitstudium. Nachdem die Studenten erste Erfahrungen im malen mit Ölfarben bei der Cast Malerei erhalten haben, folgt das Malen von Stillleben. Zu Beginn werden einfache Stillleben gemalt, hierzu werden gerne Früchte z.B. verwendet. Diese steigern sich nach einiger Zeit in ihrer Komplexität. Die Studenten lernen dabei neben dem Malen mit Ölfarben und dem Mischen der Farben wichtige Themen wie Bildkomposition oder das Arbeiten mit einer Untermalung. Auch hier ist eine Grundvoraussetzung der Arbeitsplatz.

Das Stillleben wird in sogenannten Shadow-Boxen aufgebaut. Diese dienen dazu erst einmal möglichst viel Licht auszublenden um dann mit einer entsprechenden Lampe eine einzige gesteuerte Lichtquelle auf das Stillleben scheinen zu lassen. Dies ist ein wichtiger Punkt im Bereich Bildkomposition. Hier kann eine bestimmte Atmosphäre und Dramatik erzeugt werden. Außerdem wird hier mit klaren Schatten gearbeitet, welches den Studenten die Arbeit erleichtert.