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Tätowierer müssen zeichnen können

von 8. April 2016 Keine Kommentare

Die Zeiten, in denen tätowierte Menschen als Ausnahmeerscheinung galten, sind längst vorbei.

Sich ein Tattoo stechen zu lassen wurde vor ca. 20 – 25 Jahren längst zum Trend und hat sich bis heute immer weiter entwickelt. Zu Beginn dieser Ära suchten sich noch die meisten, die ein Tattoo haben wollten, ein kleineres Tribal bzw. Symbol aus den Vorlagen der Tattoo-Studios aus. Das so titulierte „Arschgeweih“ war damals noch der Renner.

Der Trend Tattoo ist in den letzten Jahren weiter gewachsen und hat sich mehr und mehr etabliert. Der Beruf des Tätowierers wurde somit immer lukrativer und man konnte sehen, dass man damit Geld verdienen konnte. Tattoo-Studios schossen wie Pilze aus dem Boden.
Wer sich jedoch heutzutage auf dem überlaufenden Tätowiermarkt behaupten will, benötigt mittlerweile mehr als nur ein sauberes Studio, eine sichere Hand und Übung im Tätowieren. Ein Verständnis für Farben sowie zeichnerisches Talent stehen heute im Vordergrund. Wer sich heute ein Tattoo stechen lässt, hat mittlerweile einen viel höheren Anspruch als damals.
Die Tattoos sind meist komplexer und stellen für die Tätowierten ein Kunstwerk dar, welches möglichst ein Unikat und sehr individuell sein soll. Keiner möchte sich einfach nur eine Vorlage aussuchen mit der womöglich noch 10 andere rum laufen.
Die Tätowierer sind gefordert Vorlagen nach Wunsch der Kunden zu erstellen. Portraits, Tiere, Fantasie-Wesen wie Drachen oder/und ein individueller Schriftzug müssen dem Kunden als künstlerische Gesamtkomposition präsentiert werden. Die Tätowierer sind gefordert eine gute Zeichnung zu liefern die in ihren Proportionen und Farben stimmig sind und später einen 3-D (dreidimensionalen) Effekt auf der Haut haben.
Wenn man heute einen Tätowierer fragt was notwendig ist um erfolgreich auf dem Markt zu werden, wird neben einem hygienisch einwandfreien Studio, einer sicheren Hand und kaufmännisches Know-How vor allem die künstlerischen Fertigkeiten betont.
Aus dem „normalen“ Tätowierer wurde längst ein Tattoo-Artist. Wenn man also kein zeichnerisches Talent mitbringt, sollte man realistisches Zeichnen an einer guten Institution lernen. Das tägliche Üben gibt den Tätowierern Sicherheit und vor allem Routine und Schnelligkeit. Man hat schließlich nicht unendlich viel Zeit bzw. es wäre unbezahlbar wenn man für eine Vorlage mehrere Wochen oder Monate benötigen würde.
Und wie in jedem anderen Bereich auch spricht sich Qualität und Einzigartigkeit rum. Man tätowiert längst nicht mehr nur sondern man macht Kunst, Kunst die unter die Haut geht und die man ein Leben lang mit sich trägt!

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