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Grundlage, Kunst und Handwerk

von 11. April 2016 Keine Kommentare

Womit heben sich erfolgreiche Architekten oft ab?

Befasst man sich mit der Bedeutung des Wortes Architekt, so stellt man fest, das in dem Wort griechischen Ursprungs u.a. Grundlage, Kunst und Handwerk enthalten sind.
Es ist vollkommen klar, dass ein Architekt auch gestalterisch tätig ist und sein möchte. Doch was braucht es, um gestalterisch tätig – und erfolgreich – zu sein, neben dem sicherlich zu erwerbendem technischen, wirtschaftlichen und funktionalem Wissen, das nötig ist, um über das Bauen hinaus zu Architektur zu gelangen?
Es braucht das Umsetzen können von Gedanken und Ideen auf „Papier“ bzw. ein darstellendes Medium. Ohne dies keine Übertragung von noch so genialen Ideen, denn niemand würde sie sehen und erfassen können. Sicherlich, hierfür gibt es heutzutage auch PC-Programme. Diese werden jedoch nie die Einzigartigkeit der ganz individuellen Art der Darstellung/ der Idee wiedergeben können, sondern sind und bleiben ein sicherlich äußerst hilfreiches Mittel zum Zweck. Nicht umsonst werden noch heute in Architekturbüros Absolventen deutlich bevorzugt, die „richtig“ zeichnen können…

Schaut man zurück in die Geschichte der Architektur, änderte sich die Herkunft und Ausbildung eines Architekten in der Renaissance: waren es zuvor oft Militäringenieure, Kleriker oder Handwerker, waren es fortan Künstler, Bildhauer oder Wissenschaftler. Die entsprechenden Bauwerke, die folgten, sind hinreichend bekannt.

Doch womit hoben und heben sich erfolgreiche Architekten oft ab? Nehmen wir nur 2 Beispiele aus unseren Breitengraden: Karl Friedrich Schinkel (1781 – 1841) galt und gilt bis heute als DER Stararchitekt Preußens. Sein Berufsziel Baumeister festigte sich nach einer Besichtigung von Architekturzeichnungen und er begann in jungen Jahren zu zeichnen! Nach dem Gymnasium absolvierte er neben praxisorientierten Ausbildungen an einer Bauschule und Bauakademie Vorlesungen an der Akademie der Schönen Künste. Zeit seines Lebens unternahm Schinkel immer wieder Bildungsreisen, insbesondere nach Italien und er galt dann vielen mehr als Landschaftsmaler denn als Architekt. Viele Dienst- und Kunstreisen folgten. Schinkel beherrschte sicherlich das Malen und Zeichnen und erweiterte stets seine Kenntnisse und Fertigkeiten hierüber – und war dennoch oder gerade deshalb Zeit seines Lebens und darüber hinaus vor allem ein weltbekannter Architekt.

Ein weiteres herausragendes Beispiel eher aktuelleren Datums für das zeichnerisch und dann baulich umsetzen können von individuellen, einmaligen Ideen ist sicherlich Friedensreich Hundertwasser… Ebenfalls ein Stararchitekt unübertroffener Einmaligkeit, der sein Handwerk beherrschte und umsetzen konnte.

Es lohnt sich also allemal, als angehender Architekt, der Erfolg aufgrund eigener Ideen oder auch übernommener Vorstellungen anstrebt, das technische und funktionale Architekturstudium um ein Studium an einer der wenigen Kunstschulen, die das realistische Zeichnen und Malen von Figuren als Handwerk systematisch nach den klassischen Techniken von Grund auf lehrt, zu ergänzen. Kein PC-Programm wird einem diese Basis für die Umsetzung eigener gestalterischer Ideen und Entwürfe je ersetzen können! Und jeder kann das Handwerkszeug: ein geschultes Auge und eine geschulte Hand – lernen!“

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