Tutorial

Wie kann ich ein Portrait malen?

von 6. April 2016 Keine Kommentare

Wie kann ich ein Portrait richtig malen?

Portraitieren gehört zur klassischen Königsdisziplin der Kunst. Die Besonderheiten der Ölmalerei sind nicht die einzige Herausforderung, die Person, von der das Portrait gemalt wurde, muss auch noch darauf erkennbar sein. Es ist ein komplexes Zusammenspiel von vielen Details, die die Individualität eines Gesichts ergeben, denn jedes Gesicht ist anders und keins davon ist absolut symmetrisch.
Als Erstes soll Folgendes bestimmt werden:

Wird das Portrait von einem Live-Modell gemalt oder von einem Foto.

Die Arbeit mit einem Live-Modell ist die bessere Methode, um das Auge der Studenten zu schulen. Voraussetzung dafür ist eine gute Platzierung und Beleuchtung. Ein Teil des Gesichts soll gut ausgeleuchtet sein, während sich der andere im Schatten befindet. Das Licht-Schatten-Verhältnis spielt eine entscheidende Rolle, so sieht man am besten die Konturen eines Gesichts, die Linien und die Übergänge.


Beim Portraitieren von der Fotografie kommt es auf die Auswahl des Fotos an. Es soll natürlich eine qualitativ hochwertige Fotografie sein. Das Gesicht auf dem Foto soll auf keinen Fall komplett ausgeleuchtet sein, sonst wirkt das Ganze zu platt und die Gesichtskonturen lassen sich nicht deutlich erkennen. Es ist dabei besonders wichtig, dass wie auch beim Live-Modell ein Teil des Gesichts gut ausgeleuchtet ist und der andere Teil sich im Schatten befindet. Die Besonderheit in diesem Licht-Schatten-Kontrast besteht darin, dass es deutlich einfacher ist, die Dreidimensionalität herauszuarbeiten.

Im nächsten Schritt bereiten wir mit den Studenten eine Vorzeichnung auf dem Papier vor, wobei sich hierfür ein weicher Bleistift am besten eignet.
Diese Vorzeichnung dient nur als Orientierung, und wird grob angelegt. Besonders viel Aufmerksamkeit richten die Studenten auf das Zeichnen der korrekten Proportionen, sowie der Mittellinie, die den Kopf in die Schatten- und Lichtseite teilt. Für Darstellung korrekter Proportionen wird die komparative Meßmethode angewendet, wobei sich die Ähnlichkeiten zwischen dem Modell und der Zeichnung am besten darzustellen lassen.

Diese Art zu vermessen ist unabhängig vom Maßstab. Die Methode der komparativen Vermessung ist ein komplexes Thema und erfordert mehrere Unterrichtseinheiten, um dies richtig anwenden zu können. Kurz gesagt: Das hilft uns, die relative und individuelle Größenordnung eines Teils der Figur zu einem anderen Teil zu finden, um die Einzigartigkeit jedes Gesichts herausarbeiten zu können.

Sobald die Vorzeichnung fertig ist, fangen wir mit dem Transferieren auf die Leinwand an.
Die Modellierung des Portraits erfolgt über mehrere Farbschichten. Als ersten Schritt fangen wir mit der Untermalung in Umbra gebrannt an und markieren damit farblich die auf der Vorskizze vorgegebenen Proportionen und Licht- und Schattenübergänge. Diese Farbschicht ist recht dünn und trocknet schnell ein. Erst danach kommen weitere Farben hinzu. Mit jedem Farbenauftrag werden weitere Details und Besonderheiten herausgearbeitet und hinzugefügt.

Wir empfehlen das Arbeiten mit Ölfarben, Fehler lassen sich damit leicht korrigieren, beziehungsweise unerwünschte Farbaufträge komplett entfernen. Dafür nehmen wir einen geruchslosen Terpentinersatz, der sich auch bestens dafür eignet, die Ölfarbe zu verdünnen.
Aufgrund der Komplexität dieses Themas empfehlen wir immer, Euch von den Profis beraten zu lassen, um Demotivation und Ärger bei eventuellen Misserfolgen zu vermeiden.

Hinterlasse ein Kommentar