Tutorial

Zeichnen für Anfänger

von 22. Juli 2016 Keine Kommentare

Unsere Tutorial-Serie zu „Zeichnen lernen“

Aller Anfang ist schwer, so heißt es. Wir finden nicht, dass das für das Zeichnen gelten muss!
Den Gipfel erreicht man nur, wenn man den Berg Schritt für Schritt erklimmt. Ihr findet realistische Zeichnungen toll, ganz gleich ob Portraits, Landschaften, Akt oder Stillleben, traut es euch aber selbst nicht zu, so toll zeichnen zu können?

Jeder kann zeichnen und malen lernen! Schritt für Schritt! Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Und wir starten heute gemeinsam mit euch! In unserer Tutorial-Serie in unserem Blog zeigen wir euch regelmäßig, wie ihr schrittweise Gegenstände, Objekte, Körper, ja die Natur selbst sehen sowie realistisch und 3-dimensional zeichnen lernen könnt.

Fangt also heute an und bleibt dran, denn Zeichnen Können ist eine Übungssache! Ihr könnt die Serie unserer Tutorials im Blog auf unserer Homepage verfolgen oder folgt uns auf Facebook, Twitter und Instagram und bleibt am Ball.

Als erstes braucht ihr Equipment. Ihr braucht:

  • ein weißes, leicht strukturiertes Zeichenpapier
  • Bleistifte oder Druckbleistifte in verschiedenen Stärken, wobei für den Anfang die Stärke 2B ausreicht
  • ein Knetradiergummi
  • einen Stiftradierer
  • ein Künstlermesser (ein Präzisionscutter zum Schneiden von Papier und Karton; er ist aber auch unschlagbar zum Spitzen von Bleistiften, den wir auch zum professionellen Zeichnen benötigen und benutzen – doch Vorsicht, scharf!)
  • Sandpapier (zum Schleifen der Bleistiftspitzen)

Wenn ihr nicht genau wisst, wo und welche Materialien ihr beziehen könnt, wir können euch gerne Boesner empfehlen. In diesem Kunstfachmarkt könnt ihr so gut wie alles bekommen, was für die Kunstwelt benötigt wird und findet freundliche und kompetente Beratung.
Wenn ihr weitere Empfehlung braucht, lasst es uns in einem Kommentar wissen!

So, ihr habt jetzt alles und seid startklar?!

Dann müsst ihr als nächstes Wissen, wie ihr den Bleistift richtig haltet. Ihr seid es bestimmt gewohnt, den Stift wie zum Schreiben zu halten. Zum professionellen Zeichnen haltet ihr den Bleistift am Bleistiftende und zeichnet locker aus dem Handgelenk. Das benötigt einige Übung. Macht ein paar Übungen auf dem Papier, um euch mit dem Material Grafit (wie verhält es sich, wenn ich mal stärker, mal leichter aufdrücke) und der Haltetechnik vertraut zu machen.

Tutorial 1: Zeichnen der Grundformen – Würfel

Beim Zeichnen eines Motivs beginnt man immer, das Motiv in Grundformen zu zerlegen. Mit diesem Trick kann man alles Zeichnen. Wenn man das draufhat, erhöht sich der Schwierigkeitsgrad durch das Abbilden von Licht und Schatten, wodurch man einen 3-D-Effekt erzeugt und so die Zeichnung realistisch aussehen lässt.

Wir fangen mit den Grundformen an. Die Grundformen sind Kreis, Rechteck, Quadrat und Dreieck. Die Darstellung ist erstmal 2-dimensional (2-D). Kommt die 3-Dimensionalität (3-D) hinzu, werden aus den Grundformen die Körper Kugel, Zylinder, Würfel und Kegel.

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Zur Darstellung dieser 3-Dimensionalität sind nicht nur die erweiterten Grundumrisse wichtig, hier kommt der 3-D-Effekt insbesondere durch das Zeichnen von Licht und Schatten zur Geltung. Hierfür braucht ihr eine abgestufte Werte-Skala eures Bleistifts vom hellsten zum dunkelsten Wert. Man spricht an dieser Stelle von Tonalitäten.

Legt einen Bleistift in Stärke 2b, ein Knetradiergummi und ein weißes Zeichenpapier mit einer leichten Struktur parat. Nun zeichnet ihr eine stufenweise Grau-Schattierung mit dem Bleistift von Weiß (so hell wie das Papier) bis hin zur dunkelsten Schattierung, die ihr mit diesem Bleistift hinbekommt. So sollte eure Skala am Ende aussehen:

3-D Effekt erzeugen

Zeichnet euch hierfür, wie oben abgebildet, 9 gleichgroße Felder auf dem Papier vor. Das erste Feld bleibt so weiß wie das Papier. Beginnt mit dem letzten also dem 9. Feld und schattiert es so dunkel ihr könnt. Beachtet aber dass ihr nicht zu stark aufdrückt oder zu oft mit dem Bleistift über dieselbe Stelle geht. Dadurch wird nämlich zu viel Graphit vom Bleistift übereinandergelegt und lässt die Stelle im Licht glänzen – diesen Effekt möchten wir nicht haben. Auch wenn die Übung einfach erscheint, macht sie bitte mit größter Sorgfalt. Ihr müsst darauf achten, dass ihr stufenweise von hell nach dunkel oder umgekehrt vorgeht. Jedes Feld sollte gleichmäßig schattiert sein. Um das zu erreichen, arbeitet nur mit einem angespitzten Bleistift.

Mit dieser Vorlage habt ihr euch ein Hilfsmittel geschaffen und gleichzeitig das Schattieren geübt. Ein „Value Scale“ kann man dazu verwenden, wenn man sich nicht sicher ist wie dunkel oder hell man bei seinem Bild werden muss. Hierfür nimmt man seinen „Value Scale“ und legt ihn an das zu malende Bild und schätzt ein in welchem Bereich sich der Grauton bewegt.

Wie ihr eine Kugel zeichnet, könnt ihr in unserem Blog „3-D Effekt zeichnen lernen“ (Link) lernen. Macht diese Übung bitte zuerst. Dann habt ihr auch einen Vergleich dazu, wie unterschiedlich es ist eine Kugel und einen Würfel zu zeichnen, obwohl die Vorgehensweise bei beiden dieselben ist.

Wir konzentrieren uns als nächstes auf den Würfel
Zuerst zeichnet ihr ein gleichschenkliges Quadrat und erweitert die Form zu einem Würfel, indem ihr die nächsten Grundumrisse perspektivisch zeichnet. Ihr könnt gerne ein Lineal zu Hilfe nehmen. Die ganz Mutigen können gerne frei Hand zeichnen, schließlich macht Übung den Meister.

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Für einen 3-D-Effekt zeichnet ihr jetzt Licht und Schatten ein. Dazu müsst ihr euch erstmal überlegen wo das Licht herkommt. Wo ist euer hellster und dunkelster Punkt.

Wir bleiben mal dabei, wie in unserem Tutorial zum Zeichnen einer Kugel, und lassen das Licht von oben rechts kommen. In Graustufen wird von unten links (dunkelster Bereich) stufenweise nach rechts oben (hellster Bereich) vorgegangen. Versucht immer mit der Form des Würfels zu zeichnen. Da wo das Licht direkt draufscheint gibt es ein Highlight, das ist der weiße Punkt oben rechts. Unten links im Schatten haben wir ein sogenanntes Reflektlicht. Hierfür nehmt ihr mit eurem Knetradiergummi ein bisschen Graphit aus dem Dunkel gezeichneten Bereich raus.

Zum Schluss vergesst nicht den Schatten zu zeichnen, den der Würfel wirft und der sehr dunkel ist. Wenn ihr nun noch einmal überlegt, wie einfach die Zeichnung begonnen mit dem Quadrat begonnen hat und wie das Endergebnis aussieht, stellt ihr fest wie wichtig das Schattieren ist.

Zeichnen für Anfänger

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachzeichnen! Wenn ihr Fragen habt, könnt ihr diese gerne über die Kommentarfunktion stellen.

Zusammenfassung
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Zeichnen für Anfänger
Kurzbescreibung
Beim Zeichnen eines Motivs beginnt man immer, das Motiv in Grundformen zu zerlegen. Mit diesem Trick kann man alles Zeichnen.
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